Was wir machen
Bei Bamberg hilft sammeln und koordinieren wir Sachspenden, um sie bedarfsorientiert an soziale Organisationen zu vermitteln.
Unsere Arbeit ist rein ehrenamtlich.
In der Posthalle haben wir rund 800m² Lagerfläche für Sachspenden verschiedenster Art und unterschiedlichstem Umfang. Wir sortieren die Spenden, packen Kartons und stellen Lieferungen zusammen, die wir anschließend auf regelmäßige Transporte verladen – vom Fahrradanhänger bis zum 40t-LKW ist alles dabei.
Dabei versuchen wir in der Organisation des Lagers und unserer Onlinepräsenz auch immer wieder auf Veränderungen im Spendenaufkommen und neuen Situationen wie Krieg, Krisen und Katastrophen zu reagieren, wie das beim Erdbeben in der Türkei der Fall war. Wir machen Spendenaufrufe über unsere Kanäle, bauen neue Netzwerke auf und sind stets mit unseren Partnerorganisationen, der Stadt Bamberg und verschiedenen Unternehmen in Kontakt.
Unsere Arbeit hat viele Facetten: Wir fördern ehrenamtliches Engagement, eine wahre Kreislaufwirtschaft und tragen zu einer nachhaltigen Verwendung von Rohstoffen bei. Und vor allem: Wir helfen Menschen.
Sei dabei und pack‘ mit an! Du kannst dich bei uns sowohl ganz unverbindlich einmalig einbringen und z.B. ein paar Spenden sortieren oder auch langfristig an Strukturen mitarbeiten. Wir freuen uns auf dich!


Unsere Entwicklung
Die Bamberger Kurzfilmtage riefen einen Tag nach der russischen Invasion in die Ukraine zu Spenden auf, um eine geplante Fahrt in die Ukraine mit einem Hilfsgütertransport zu verbinden. Die Spendenbereitschaft der Menschen in Bamberg war derart groß, dass wir bereits am gleichen Abend aus dem kleinen Büroraum in die rund 800m² große Alte Posthalle auf der Lagarde-Kaserne gezogen sind. Klingt nach Größenwahn, war aber genau der richtige Schritt zur richtigen Zeit!
Denn hier ging es richtig los! Innerhalb weniger Tage waren hunderte Freiwillige zum helfen in der Halle und tausende Menschen, die Spenden vorbeigebracht haben. Hier haben wir in kürzester Zeit Strukturen aus dem Boden gestampft und „Bamberg hilft“ ins Leben gerufen! Kurz nach Abfahrt des ersten Sprinter-Transportes ging es nicht nur um die Koordination von Freiwilligen und tonnenweise Hilfsgütern, sondern auch um die Organisation von mehreren LKW-Transporten, Logistik in der Halle (Paletten, Hubwagen, Kartons, Klebeband) und den kurzfristigen Aufbau eines Netzwerkes zwischen Vereinen, Unternehmen, Privatleuten, der Stadt Bamberg und der Feuerwehr. Alle haben mit einer unglaublichen Hilfsbereitschaft die Grundstrukturen für unsere heutige Arbeit geschaffen!
Wir haben über die Zeit viel gelernt, wichtige Kooperationen für die Hilfstransporte und die Ausgabe von Sachspenden in Bamberg aufgebaut und eine professionelle Logistik aufgebaut. Diese soll sich nun langfristig etablieren.
Derzeit wird die Posthalle rudimentär saniert, sodass unsere Arbeit an vielen Stellen erheblich erleichtert wird. Bis 2025 waren wir eine trägerlose Initiative, die sich dann als Projekt in den Verein machbar eingliederte. Mit diesen Neuerungen wollen wir uns für die Zukunft gut aufstellen.
Geschichte der Posthalle
Nutzung bis zum zweiten Weltkrieg
Bamberg hilft nutzt in der Lorenz-Krapp-Straße 34 mit der Alten Posthalle vor allem den Mittelteil eines Gebäudes, das ursprünglich als Doppelreithalle von den Nationalsozialisten gebaut von der US-Armee als Gebäude 7116 bezeichnet wurde. Es kann mittlerweile auf eine 90-jährige Geschichte zurückblicken in denen das Gebäude unterschiedlich genutzt wurde.
Als ersten Bauabschnitt der späteren Lagardekaserne wurden ein von Gebäuden umgebender Exerzierplatz von 1890 bis 1893 eine Infanteriekaserne an der Pödeldorfer Straße errichtet. Es folgten bis zum Ende des ersten Weltkriegs zahlreiche Erweiterungen des Gebiets. Für einen guten Überblick siehe der historische Teil dieses Berichts des Stadtplanungsamts.
Eng verbunden ist diese frühe Geschichte der Kaserne mit dem ersten Ulanenregiment, welches 1863 erstmals aufgestellt, unter anderem am deutsch-französischen Krieg 1870/71 und dem ersten Weltkrieg 1914 teilnahm. Sie waren am 11. August 1914 an einem erfolgreichen Angriff bei Lagarde, Frankreich beteiligt, bei dem zahlreiche französische Soldaten gefangen genommen und Waffen erbeutet wurden. Daran erinnernd ist erstmals in einer Chronik von 1942 die Bezeichnung als Lagarde-Kaserne nachweisbar.
Nach Kriegsende wurden durch die Truppenreduktion im Versailler Vertrag die meisten in der Kaserne stationierten Einheiten aufgelöst. Einige Gebäude des Geländes gingen in die Nutzung durch die Landespolizei über. Diese wurden nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wieder in den Besitz der Wehrmacht rucküberführt und es begann eine erneute Aufrüstung.
Das Ulanenregiment wurde 1919 in das 17. Bayrische Kavallerieregiment überführt und 1934 in das Kavallerie-Regiment 17 der Wehrmacht umbenannt und vollständig in Bamberg untergebracht. Um die zusätzlichen Truppen unterbringen zu können wurden auf dem Gelände zahlreiche neuen Gebäude gerichtet, die vor allem auf die Unterbringung der zusätzlichen Pferde ausgerichtet waren.
Hierzu wurden südlich der Zollnerstraße ab 1934 um zwei Reitplätze herum Ställe und die von uns genutzte Doppelreithalle errichtet. Der Neubau des Doppelreithauses zusammen mit den beiden Warteställen links und rechts begann im Juli 1935 und wurde im Dezember desselben Jahres abgeschlossen.
Nutzung durch die US-Army
Bamberg wurde am 14. April 1945 von der US-Armee befreit. Offiziell wurde das Kasernengelände im Jahre 1950 von den Amerikanern übernommen und am 15. Juni 1950 zu Ehren von Henry F. Warner zu Warner Baracks umbenannt.Die Doppelreithalle wurde 1952 als Gebäude 7116 umgebaut und in den nächsten Jahrzehnten als Öffentliche Einrichtung genutzt.
Im Jahre 1998 befand sich im linken Teil ein Restaurant, im rechten Teil ein Jugendzentrum genutzt, während die eigentliche Halle als „Gymastikhalle bzw. ID roll rink“ genutzt wurde. Der große Reitplatz vor dem Gebäude 7116 wurde von den Amerikanern als Parkplatz genutzt.
Die Nutzung als Posthalle muss irgendwann in den nächsten Jahren begonnen haben und 2009/2010 wurde der von der Post genutzte Teil des Gebäudes erweitert, was zur heutigen Aufteilung in Turnhalle und Posthalle führte (siehe dazu hier). Das Restaurant blieb erhalten, während der mittlere Teil als Posthalle und das hintere Gebiet als Sport- und Jugendzentrum genutzt wurde.
Nutzung nach Abzug der Amerikaner
2014 zogen die US-Amerikaner aus Bamberg ab und 2017 erwarb die Stadt Bamberg das Gelände von der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BImA) und begann mit der Konversion zu einem neuen Stadtviertel. Die sich eröffnenden Möglichkeiten auf dem Gelände wurden dann auch dazu genutzt um dort in den Jahren 2015 bis 2019 das Kontaktfestival abzuhalten. Die eigentliche Posthalle wurde dabei in den Jahren 2018 und 2019 mit genutzt. Hierzu wurde auch das Innere der Halle umgestaltet, einige Innenwände wurden entfernt und zahlreiche Schriftzüge erinnern an diese Nutzung.
Seit dem Beginn der russischen Invasion der Ukraine wird das Gebäude als Annahmestelle für Sachspenden genutzt. Dabei zeigte sich schnell, dass es sich anbietet einen Teil der Spenden in die Ukraine zu bringen, während der Rest in Bamberg blieb, um vor allem die Kleiderkammer von Freundstattfremd zu beliefern, in der vor allem Geflüchtete unterstützt werden.
Daraus ergab sich in die Weiterentwicklung des Projekts zu Bamberg hilft und der Schaffung eines Zentrums für Sachspenden, mit denen neben der Ukraine zahlreiche weitere soziale Einrichtungen in der Region unterstützt wurden. Darüber hinaus sind wir in auch in der Lage als Sammelstelle bei Krieg, Krisen und Katastrophen – wie neben der Ukraine auch beim Erdbeben in der Türkei – schnelle Hilfe zu leisten. Seit Sommer 2022 werden ein Teil unserer Räumlichkeiten dazu auch von der Fahrradwerkstatt von Freund statt Fremd genutzt, welche Fahrräder repariert und dann an Geflüchtete ausgibt. Jetzt im Sommer 2025 Sanierungsarbeiten zur Instandsetzung und dauerhafte Nutzung der Posthalle durch Bamberg hilft.
